
Es ist Sonntag 12.31 Uhr. Die Sonne scheint auf das weiße, breite Festzelt nahe der Straße schräg gegenüber vom Kindergarten. Das halbe Dorf von Sungai Suloh hat sich heute im angenehm kühlen Schatten versammelt und speist in normaler Kleidung das am Buffet aufgetischte Essen. Heute gibt es den besonderen Reis, das besondere Gemüse und das besondere Fleisch, denn es ist Hochzeit.

Genauer gesagt wurde das junge malaiische Brautpaar bereits vor zwei Wochen in der Moschee des Dorfes verheiratet, doch die Familienfeier, das Fest mit den Freunden, Verwanten und dem Dorf wurde noch nicht zelebriert. In gemeinschaftlicher Runde sitzt man an Tischen, isst und wartet auf das Paar. Bislang konnte man den 27-jährigen Bräutigam nur auf einem Plakat mit seiner Frau sehen, denn die Ankunft der beiden ist nach der Traddition ein wichtiger Programmpunkt der Feier. Eine Gruppe von Dorfkindern trommelt in dynamischen Rhythmen, wärend das Brautpaar sich langsam der Gemeinschaft nähert. 
Hier gehts zum Video.
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Selamat Datang
@ 2013-01-30 – 16:26:28
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Der Islam in Malaysia - Traddition oder Glaubensüberzeugung?
@ 2013-01-29 – 12:35:11
Grundsätzlich herrschen in Malaysia vier Religionen vor: Der Islam ist die offizielle Staatsreligion und umfasst mit etwa 60% der Gesamtbevölkerung den größten Bevölkerungsteil der konstitutionellen Wahlmonarchie. Die meisten chinesischen Bürgerinnen und Bürger des Landes sind Buddhisten und machen 20% der in Malaysia lebenden Menschen aus. In allen ethnischen Gruppen sind Christen verteten. Etwa ein Zehntel der Malaien sind Katholiken oder Protestanten. Neben verschiedenen kleineren religiösen Strömungen bildet die indische Bevölkerung, welche hauptsächlich dem Hinduismus anhängt, mit 6% den viert größten Teil der malaiischen Bevölkerung.
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Ingesamt ist der Islam die dominierende Religion, was sich anhand von mehreren Aspekten äußert. Geht man auf die Straße, in die Restaurants oder Läden, so wird man die meisten malaiischen Frauen in Burka und mit Kopftuch sehen und auch der Mohezin ist an zentralen Orten mehrmals täglich zu hören. Da der Islam die Staatsreligion ist werden Malaiien nach dem Gesetz als Muslime geboren. Ein Austritt aus der zweitgrößten Religion der Welt wird staatlich durch ein langwieriges Prozedere erschwehrt und in breiten Kreisen der malaiischen Bevölkerung nicht gerne gesehen. Der Drogenhandel und -konsum wird in Malaysia gesetztlich mit langjährigen Gefängnisstraßen bzw. im äußersten Fall mit der Todesstrafe geahndet. Für Moslime wird ggf. nicht das Staatsgesetzt sondern die Scharia angewendet.
Moschee in Sungai Suloh
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Die Wurzeln hierfür liegen in der Geschichte des Landes. Wenngleich bereits zu Beginn des Mittelalters arabische Händler und Kaufleute wegen der attraktiven geografischen Lage der Straße von Malakka nach Malaysia kamen und den Islam einführten, herrschte im 7. Jht. größtenteils der Buddhismus vor. Erst im 14. und 15. Jht. etablierte sich der Islam durch die ausgebauten Handelsbeziehungen mit der arabischen Welt. Ein wichtiges Kernereignis im Islamisierungsprozess war die Gründung des Sultanats von Melakka im 15. Jht., durch welches der Islam erheblich an staatlichem Einfluss gewann. Obwohl das südostasiatische Land in der Neuzeit zwischenzeitlich unter brietischer Besatzung und portugiesischer Vorherrschaft stand, blieb der Islam als vorherrschende Religion erhalten und verwurzelte sich in der Gesellschaft.
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Doch wie wichtig ist der Islam für die ländliche Bevölkerung der Gegenwart in Malaysia? Ist er nur ein tradditionelles Überbleibsel, eine althergebrachte Glaubensüberzeugung aus vergangener Zeit, oder wird der Koran heute von den Menschen lebendig praktiziert?
In Sungai Suloh habe ich mit einem 20-jährigen Muslim über den Islam und dessen Bedeutung für die junge Generation in seinem Alter gesprochen und erfahren, dass der Glaube für die jungen erwachsenen Muslime auch heute noch höchste Priorität hat. Gott steht somit noch über der eigenen Mutter und diese Wertehierarchie ist nicht bloß reine Formalität. Sehr viele Moslime des Dorfes leben nach den strengen Richtlinien und vermeiden etwa die Verunreinigung des Geistes durch Alkohol. Gleichwohl gibt es Gläubige, die sich regelmäßig in geselliger Runde mit Alkohol treffen, was von strengeren malaiischen Moslimen toleriert und akzeptiert wird. Nach seiner Überzeugung besteht sogar eine Art Gleichstellung aller Menschen, ähnlich wie sie auch in der Bibel im Johannes Evangelium 8 gelerht wird. Hier spricht Jesus zu den Anklägern einer Ehebrecherin: "Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie." ( http://bibel-online.net/buch/luther_1912/johannes/8/ ) Jeder muss demnach selber entscheiden, wie er sein Leben führt und es vor Allah verantworten. Ein sozialer Gruppenzwang besteht zwar dennoch, aber eine Distanziertung des Wertesystems vom Islams ist möglich und wird in Sungai Suloh nicht mit Ablehung geahndet.
Die Befolgung der moralischen Richtlinien wird somit zu einer Verantwortung eines jeden Moslims gegenüber Allah. Anders als im Christentum können die Sünden nicht durch Ablassbreife, wie es im dunklen Mittelalter gehandhabt wurde, oder ein Bittgebet um die Vergebung der Sünden getilgt werden, sondern müssen durch gute Taten ausgeglichen werden.
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Insgesamt ist der Islam die Haupreligion in Malaysia. Sie ist omnipräsent und äußert sich im Alltagsbild und im Staats- und Gerichtswesen. Der Hintergrund dafür ist die historische Verankerung seit mehr als einem halben Jahrtausend in der Gesellschaft. Auch heute ist der Islam nach dem Bericht eines jungen Moslims eine in Sungai Suloh lebendig ausgelebte Religion, die, um ihn zu zitieren und gegen ein Voruteil zu sprechen "eben auch total viel Spass macht!" -
YEONG CHANG SCHOOL
@ 2013-01-28 – 14:42:22
Sungai Suloh ist ein kleines Dorf in der Nähe von Batu Pahat, einer im Süden Malaysias gelegenen Stadt mit etwas mehr als 300.000 Einwohnern. Neben drei oder vier lokalen Restaurants, ein paar Tante Emma Läden, einem Handyshop und einer Telefonzelle steht im Zentrum des Dorfes eine chinesische Schule. In der Yeong Chang School werde ich nach den Chinese New Year Holidays in der ersten Hälfte vom Februar beginnen, als Englischlehrer zu arbeiten.

Der Haupteingang der chinesischen Schule
Ein üblicher Klassenraum mit Tafel Ventilatoren und BeamerDie staatliche Schule wurde im Jahre 1931 gegründet und umfasst neben 300 Schülerinnen und Schülern seit 2012 eine außerstatliche Einrichtung in der Schule. Vincent Tan Sri etablierte durch die Organisation Sols 24/ 7 ein zusätzliches Lehrangebot, das bedürftigen Menschen die Möglichkeit bietet, die Grundzüge der Englischen Sprache zu erlernen. Der Unternehmer und langjährige Leiter der Berjaya Group wuchs in Sungai Suloh auf und zählt heute nach Angaben des Magazins "Forbes" zu den Billionären der Welt und den zehn reichsten Männern von Malaysia. Durch seine Kinheit hat der Besitzer des Cardiff City Football Clubs (Wales) die Bedeutung und Wichtigkeit von Bildung erfahren. In einem Interview mit Forbes sagt der 61-jährige:
"I started life in a poor family and could not even afford a proper tertiarly education. I know what it is like not to have a lot of things that the average person these days will take for granted. I thereforeconcider myself very bessed to be wehere I am today despite the difficult early day, and ever since I achieved financial success I have felt a sense of responsibility to help those who are les fortunate. (...) My current favorite cause is to help the standard of English in Malaysia, The English language is of great importance as a medium of education and communication, particulary in today1s world. (...) We are presently working with this organisation called SOLS 24/ 7 to set up community learning centres in serveral parts of malaysia to offer free Education, with an emphasis on the English language, to underprivileged youths." ( Vincent Tan in a Forbes interview)
Read the hole article (first finding of Google)
http://www.google.de/#hl=de&tbo=d&sclient=psy-ab&q=Vincent+Tan+on+Philanthropy&oq=Vincent+Tan+on+Philanthropy&gs_l=hp.3...2044.13744.5.14383.11.8.3.0.0.0.109.624.7j1.8.0...0.0...1c.1.OCCIu6px4HA&pbx=1&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.&bvm=bv.41524429,d.bmk&fp=1c46bffbf252e7a4&biw=1366&bih=643
Vincent TanNeben einem großen Pausenhof steht den SchülerInnen ein überdachter Basketballplatz zur Verfühgung. Hier findet der reguläre Sportunterricht statt, aber auch nach der Schule treffen sich hier Jugendliche zum Basketball spielen. Die Halle ist sogleich die Aula der Schule. Außerdem gibt es einen enspannten Garten.

DIe Turnhalle und Aula der Schule
Innenansicht der Turnhalle
Garten der Schule -
Science of Life Studies 24/ 7
@ 2013-01-28 – 11:54:43
Science of Life Studies 24/7 ist eine im Jahre 2000 gegründete NGO, die sich die zweijährige schulische Ausbildung benachteiligter Menschen zum Ziel gesetzt hat. Bis heute hat die Organisation über 90.000 Schülerinnen und Schülern vor allem Englischunterricht ermöglicht und in fünf asiatischen Ländern Schulen aufgebaut bzw. Lehrer in staatlichen Schulen etabliert. Seit Mitte Januar arbeite ich als Freiwilliger bei Sols 24/ 7 und bin Teil des neuen "Project 100".
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Dreizehn nach Zwölf
@ 2013-01-19 – 11:44:37
Wer kann sich nicht für die stillen Momente begeistern in denen sich Schauspieler wie Clint Eastwood, Lee Van Cleef oder Eli Wallach in Duellen die Stirn bieten ohne auch nur mit der Wimper zu zucken? Die Lässigkeit der Darsteller aber auch die Stimmung der Prärie des "Wilden Westens" beeindrucken mich und insbesondere die Filme von Sergio Leone finde ich klasse.
Mit einer Hand voll Freunden habe ich an einem Filmprojekt mitgewirkt, das versucht, den klassischen Western mit neuen Stilelementen zu kombinieren. Obwohl wir alle Amateure sind und an einem derartigen Projekt zuvor noch nicht gearbeitet haben, ist ein wirkungsvoller Kurzfilm entstanden, den ihr euch unbedingt mal anschauen solltet! -
Kuala Lumpur!
@ 2013-01-14 – 16:27:57
Wohlauf und im Kreuzfeuer neuer interessanter Eindrücke habe ich die letzten Tage seit meiner Anreise in Malaysia verbracht und ich kann sagen, dass die ersten Begegnungen, Erlebnisse und Unternehmungen wirklich spannend waren!
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Die Petronas Towers in Kuala Lumpur
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Anders als es ursprünglich geplant war bin ich in der Hauptstadt eingesetzt und werde nicht in Kuantan arbeiten. "Science of Life" ist eine soziale Einrichtung, in der ich als Teacher Assistant das Englisch der Jugendlichen verbessern und ihnen Computerkenntnisse vermitteln werde. Mit dieser Überraschung bin ich vollends zufrieden, denn KL hat zwar den Nachteil, dass es aufgrund seiner Modernität nicht so viel traditionelle Kultur erfahrbar macht, aber sehr viele Möglichkeiten, Menschen kennenzulernen und krasse Gegensätze zu erleben, bietet.
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China Town im Herzen der Hauptstadt
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Über das Wochenende hatte ich ein Arrivalcamp, bei dem von landeseigenen Mitarbeitern von AFS eine Vorbereitung auf das Jahr geleitet wurde. So konnte ich bereits erste Eindrücke von der Kultur erhalten.Viele herzliche Grüße aus einem Land, das Lust auf mehr macht!





